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Gemeinsam ganz normal - Inklusives Leben in Leverkusen-Rheindorf

Durchschnitts-Bewertung: 4 von 5 Sternen

(2 Bewertung(en) insgesamt)

Kategorie
Arbeit und Beschäftigung

Auf hellgrünem Grund ein Text in weißer Schrift. Dazu ein Schwarz-weiß-Portraitfoto eines Mannes und das Logo des LVR

Kurzbeschreibung

Mitten im traditionsreichen Stadtteil Leverkusen-Rheindorf haben 16 erwachsene Men-schen mit einer geistigen Behinderung und herausfordernden Verhaltensweisen eine Heimat gefunden.
Teilhabe war der wesentliche Handlungsansatz, der den Weg aus der Isolation eröffnete. Die Einbindung in das gesellschaftliche Leben in ihrem Stadtteil hat den Menschen mit geistiger Behinderung geholfen, viele herausfordernde Verhaltensmuster zu überwinden oder für die Gesellschaft als Ausdrucksform verstehbar zu machen. Das ganz selbstverständliche Miteinander, mit dem die Bewohnerinnen und Bewohner des LVR-Wohnhauses in Rheindorf am gesellschaftlichen Leben des Stadtteils teilnehmen und dieses bereichern, dokumentiert, ganz im Sinne der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen, den hohen Grad der Inklusion.
Die Bewohnerinnen und Bewohner sind erwachsenen Menschen mit einer geistigen Behinderung und herausfordernden Verhaltensweisen, die von autistischen und zwanghaften Verhaltensmustern über Schreien und Hinlauftendenzen bis hin zu massiven Selbst- und Fremdaggressionen reichen. Sie haben einen hohen Hilfebedarf in allen Lebensbereichen und benötigen rund um die Uhr Betreuung und Unterstützung. Die Biographien der Menschen sind größtenteils gekennzeichnet durch nahezu lebenslange Institutionalisierung in wechselnden Spezialeinrichtungen, Beziehungsabbrüchen und sozialer Isolation.
Das pädagogische Konzept des LVR-Wohnhauses „Wohnen in Rheindorf“ wurde von den Leitungskräften des Verbunds Heilpädagogischer Hilfen des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR-HPH-Netze) entwickelt. Bei der ständigen Weiterentwicklung des Angebots sind vor allem die Wünsche und Bedürfnisse der dort lebenden Menschen handlungsleitend, aber auch die individuell notwendigen Unterstützungsleistungen jedes einzelnen. Nichts geschieht mehr ohne sie. Und für sie ist ganz klar: „Hier fühle ich mich Zuhause! Hier will ich nicht mehr weg!“, was ihnen auch durch das Wohnrecht bis zum Lebensende zugesichert ist. Und das Heimat-Gefühl verstärkt sich auch durch jeden neu einziehenden Leverkusener Bürger mit einer geistigen Behinde-rung.
Nachbar zu werden war eigentlich gar nicht schwer. Aber Nachbar zu sein bleibt ein ständiger Prozess sich aneinander zu gewöhnen. Mittlerweile ist für alle Rheindorfer klar: Wir sind Nachbarn! Doch Nachbarschaft muss auch gepflegt werden: Durch Transparenz, Offenheit, aufeinander zugehen, Klärung von Situationen auf dem kurzen Weg, ...          

Weitere Angaben zur Barrierefreiheit

Das LVR-Wohnhaus "Wohnen in Rheindorf" befindet sich direkt im Zentrum des traditionsreichen Leverkusener Stadtteils Rheindorf-Süd. Durch direkt gegenüber liegende Geschäfte und mehrere Gastronomiebetriebe in der unmittelbaren Nachbarschaft ist das Wohnhaus noch mehr in die strukturelle Mitte der Hauptgeschäftsstraße gerückt. Direkt nach dem Überschreiten der Türschwelle des barrierefreien Wohnhauses steht Frau oder Mann so direkt in der Öffentlichkeit, eben "mitten drin".
Das Angebot umfasst, aufgrund der Vielfältigkeit des sehr gut zu erreichenden Sozial-raums Leverkusen-Rheindorf, sämtliche Bereiche des Lebens. Die Menschen mit Behinderung gehen einkaufen; treiben Sport; nutzen kulturelle Angebote oder Angebote der Tagesstruktur; besuchen den Friseur oder gehen zum Arzt; nehmen an Festen teil oder beteiligen sich an den vielfältigen sozialen Aktivitäten in ihrem Stadtteil. Eben der ganz normale Alltag: Gemeinsam ganz normal.
Von Anfang an werden die Bewohner und Bewohnerinnen gezielt in alle Aktivitäten des Alltagslebens eingebunden. Dabei kommt es immer auf das Selbermachen und Dabeisein an, nichts geschieht mehr für sie ohne sie. Nach Jahren der Fremdbestimmung erhalten diese Menschen mit Behinderung wieder schrittweise die Verantwortung für ihr eigenes Leben. Statt Versorgung ist es nun die Hauptaufgabe der Betreuer, die Bewohnerinnen und Bewohner zu ermutigen, eigene Entscheidungen zu treffen.
Die besten Vorbilder für gelebte Inklusion sind dabei die im Wohnhaus lebenden Men-schen selbst: Sie leben ihren Alltag völlig selbstverständlich, und werden als Nachbarn akzeptiert. Durch die regelmäßige Beteiligung an Aktivitäten im Stadtteil, wie z.B. dem Adventsbasar oder dem Frühjahrsputz, werden nachbarschaftliche Beziehungen gepflegt und vertieft.

Weitere Informationen

Kontakt

Katja Bedra (Regionalleitung)
LVR-HPH-Netz Ost
Telefon 0214 500613-16
E-Mail katja.bedra@lvr.de
http://www.hph-netz-ost.lvr.de

Adresse

Burgstr. 49
51373 Leverkusen

Erstellt am 16.09.2014 von Katja Bedra

Aktualisiert am 23.09.2014

Die Inhalte dieses Projekts stammen von einem Verantwortlichen.

Bewertungen

  • Durchschnitts-Bewertung: 2 von 5 Sternen

    von ingo Müllers-Steins am 21.09.2014

    Die Wohngemeinschaft ist, wenn ich das richtig verstehe, ausschließlich und nur für 16 Menschen mit geistigen Behinderungen. Wenn diese ein "B" in ihrem Ausweis haben, ist die Notwendigkeit ständiger Begleitung erwiesen. Wenn die Nachbarn diese Aufgabe übernehmen, dann ist Inklusion gelungen. Solange Fachkräfte im Schichtdienst die 16 Menschen betreuen und im Wohnbereich und im Stadtteil begleiten, sehe ich nur einen kleinen Vorteil zum Leben in einem Wohnheim und fast garkeinen zum Leben in der Ursprungsfamilie. Deswegen von mir nur aber immerhin zwei Sterne. Ich hoffe die geistig Behinderten Bewohner und deren Nachbarn sind bei der Planung der WG beteiligt gewesen.

  • Durchschnitts-Bewertung: 5 von 5 Sternen

    von Michael Heine am 18.09.2014

    Ein toller Beitrag zu unserem gemeinsamen Ziel, dass es keine Besonderheit mehr ist, Menschen mit Behinderung in unserer Mitte zu haben!

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