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Inklusive Bildung am Deutschen Hygiene-Museum

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Kategorie
Freizeit, Kultur und Sport

Ein zweigeteiltes Foto: Auf der linken Seite wird den Besuchern Form und Funktion der Eizelle in Leichter Sprache an einem Modell erklärt. Auf der rechten Seite sehen sich die Besucher gemeinsam den "Gläsernen Menschen" an.Quelle: © Oliver Killig

Kurzbeschreibung

Das Deutsche Hygiene-Museum, das Museum vom Menschen, ist ein offenes Diskussionsforum für alle, die an den kulturellen, sozialen und wissenschaftlichen Umwälzungen unserer Gesellschaft am Beginn des 21. Jahrhunderts interessiert sind.
Im Mittelpunkt der populärwissenschaftlichen Dauerausstellung "Abenteuer Mensch" steht das Themenfeld Körper und Gesundheit, das anhand von Exponaten, Medieninstallationen und vielen interaktiven Stationen erkundet werden kann. Das ständige Angebot wird durch das erlebnisorientierte Kinder-Museum "Unsere fünf Sinne" abgerundet. Unter der Überschrift „Inklusive Bildung“ hat das Museum gemeinsam mit unterschiedlichen Partnern vielfältige Angebote für Menschen mit und ohne Behinderung entwickelt, die eine gleichberechtigte Teilhabe im Museum ermöglichen sollen und weit über eine rein architektonische Barrierefreiheit hinausgehen. Besonders hervorzuheben ist, dass das Thema Behinderung im Kinder-Museum auch in allgemeinen museumspädagogischen Angeboten für alle Kinder und Jugendlichen aufgegriffen wird.

Die Programme im Einzelnen:
Übersichtsführung in Leichter Sprache
Die Führungen in Leichter Sprache finden an jedem 2. Sonntag im Monat statt. Sie werden von vier Männer und Frauen mit geistiger Behinderung gemeinsam mit zwei erfahrenen Museumsführern durchgeführt. Dieses inklusive Bildungsangebot richtet sich an alle und wird von Besuchern mit und ohne Behinderung sehr gut angenommen. Das Konzept entstand in Zusammenarbeit mit der Stadt AG Hilfe für Behinderte e.V. Dresden. Vor jeder Veranstaltung gibt es gemeinsame Treffen, in denen geübt oder neue Objekte aus der Dauerausstellung ausgesucht und erkundet werden.

Führung: Anders Sehen – das Rätsel mit den 6 Punkten
Grundschule
Klasse 1 - 4
Dauer: 1,5 Stunden
Ziel dieser Führung durch das Kinder-Museum und die Dauerausstellung ist es, sich für einen Moment vom visuell geprägten Alltag zu lösen und eine andere Wahrnehmung von Welt zu erfahren. Das Führungsteam besteht aus einem blinden und einem sehenden Guide. Spielerisch erforschen die Schülerinnen und Schüler zunächst die Barrierefreiheit in der Dauerausstellung: Mit einer Augenbinde, die das Sehen verhindert, ertasten und erforschen sie mit Hilfe des Blindenpfades den Themenraum "Der Gläserne Mensch". Anschließend ermöglichen ihnen Experimente und Demonstrationen im Kinder-Museum ein 6-Punkte-Rätsel zu lösen. Dabei  erfahren sie u. a. Wissenswertes über die Brailleschrift. Den Rahmen für diese Führung bilden theaterpädagogische Übungen zur Einstimmung auf die Reflexion über das Thema "Blind sein": Wie kann ich mit meinen Händen sehen? Dabei soll die Erkundung der Welt mit dem eigenen Körper als wesentliches Instrument zur Erprobung neuer Erfahrungen dienen.

Publikumstage zum Thema Barrierefreiheit und Inklusion
Seit 2012 finden zweimal jährlich die Publikumstage „All inclusive!“ statt, die eine Plattform für die Begegnung von behinderten und nichtbehinderten Besuchern bietet. Auf Grundlage der hier gesammelten Erfahrungen werden ab 2015 die inklusiven Angebote in alle Familiensonntage integriert.

Das Deutsche Hygiene-Museum hat diese Formate zur inklusiven Bildung in Kooperation mit zahlreichen Partnern aus der Behindertenarbeit konzipiert, um deren Kompetenz zu nutzen und eine gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit und ohne Behinderung zu ermöglichen. Dazu gehören v.a. das Diakonische Werk Stadtmission Dresden e.V., der Eigenbetrieb Kindertagesstätten der Landeshauptstadt Dresden, die Inpuncto Werkstätten der Lebenshilfe Dresden und die Stadt AG Hilfe für Behinderte Dresden e.V. Das Projekt „Inklusive Bildung“ des DHMD wurde 2014 für den BKM-Preis Kulturelle Bildung nominiert.

Barrierefreiheit

Im Museum
Rollstuhlrampe auf Vorplatz zum Eingang des Museums, Behindertenparkplätze in der Nähe des Eingangs, Behindertentoiletten, Fahrstühle mit taktilen Bedienelementen, der alle Ebenen des Museums zugänglich macht, Absenkung der Tresen im Service-Bereich, taktiler Raum- und Orientierungsplan des Museums im Eingangsbereich, digitale und analoge Leitsysteme im ganzen Haus zur Orientierung, frei verfügbare Rollstühle und Kinderwagen im Eingangsbereich, verschiedene Sitzmöglichkeiten im Eingangsbereich

In der Dauerausstellung
rollstuhlgerechte Ausstellungsarchitektur, taktile Raum- und Orientierungspläne in allen Räumen, taktiles Bodenleitsystem mit Hinweis auf Objekte für blinde Besucher, ertastbare Schlüsselobjekte mit eindeutigen Piktogrammen und taktilen Leitelementen, taktile Leit- und Bedienelemente (z.B. Audioguide-Nummern), Induktionsschleifen für schwerhörige Besucher, interaktive Objekte für Menschen ohne Behinderung zur Simulation der Beeinträchtigung bestimmter Sinne und Fähigkeiten, Präsentation der Objekte in allansichtigen Glasvitrinen mit niedriger Sockelhöhe, Ausstellungsmedien, die sich an mehrere Sinne richten, Untertitelung der audiovisuellen Medien, kontrastreiche und auf Schlichtheit reduzierte Typografie aller Ausstellungstexte und Beschriftungstafeln, kontrastreiche Ausleuchtung aller Objekte und Schrifttafeln, fest integrierte und mobile Sitzmöglichkeiten in der Ausstellung, Textführungen für gehörlose Besucher, Audioführungen für blinde und sehbehinderte Besucher und in Leichter Sprache, mobile Sitzmöglichkeiten bei Gruppenführungen, optionale Hörverstärker bei Gruppenführungen, Gebärdendolmetscher auf Anfrage bei Gruppenführungen, seit 2010 ist eine blinde Brailleschrift-Lehrerin im Team der freien Mitarbeiter tätig (Beteiligung an der Neukonzeption des Bereiches "Sehen" im Kinder-Museum, Mitglied des Beraterteams für die Publikumstage zur Barrierefreiheit u.a.)

Kontakt

Susanne Weckwerth
Deutsches Hygiene-Museum
Telefon 0351/4846251
E-Mail susanne.weckwerth@dhmd.de
http://www.dhmd.de/index.php?id=32

Adresse

Lingnerplatz 1
01069 Dresden

Erstellt am 16.09.2014 von Susanne Weckwerth

Aktualisiert am 18.09.2014

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