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Laborschule Bielefeld - Versuchsschule des Landes NRW

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Kategorie
Bildung und Erziehung

Kurzbeschreibung

Die Laborschule Bielefeld wurde als Versuchsschule des Landes NRW 1974 gegründet und arbeitet von Anfang an mit einem inklusiven Konzept. Sie sieht in der Verschiedenheit ihrer Kinder und Jugendlichen ihren Reichtum und antwortet auf ihr Ziel, jedem Einzelnen gerecht zu werden, mit einem hohen Maß an Individualisierung, eingebunden in das Leben in der Gemeinschaft der Schule.
Knapp 700 Schülerinnen und Schüler besuchen die Schule. Der zeitlich und inhaltlich unbefristete Versuchsauftrag lautet, neue Wege des Lehrens, Lernens und Miteinander-Lebens in der Schule zu entwickeln, zu erproben, zu überprüfen, aufzuarbeiten und der Öffentlichkeit (Bildungseinrichtungen, Bildungspolitik, Erziehungswissenschaft) zugänglich zu machen. Um ihrem Auftrag gerecht zu werden, ist die Laborschule sowohl Schule als auch Wissenschaftliche Einrichtung der Universität Bielefeld. Ein einheitlich gedachtes Bildungskonzept ist für elf Schuljahre entwickelt worden: Die Schule beginnt mit Fünfjährigen (Jahrgang 0) und endet mit der Pflichtschulzeit des Landes NRW (Jahrgang 10). Ein Auf¬nahmeschlüssel soll gewährleisten, dass Schülerinnen und Schüler in etwa die soziale und ethnische Zusammensetzung einer Großstadt widerspiegeln. Entsprechend dieses Schlüssels werden aus bis zu 200 Familien, die sich einen Platz für ihr Kind wünschen, 65 pro Schuljahr aufgenommen. Grundsätzlich sind alle Kinder willkommen – die Schule achtet jedoch über den Aufnahmeschlüssel darauf, dass die Verschiedenheit in der Zusammensetzung aller Gruppen sowohl gewährleistet als auch bekömmlich ist.
Etwa 10 % haben sog. „sonderpädagogischen Förderbedarf“ – die Schule schreibt für diese Kinder und Jugendlichen anonyme Portraits, die Grundlage für die Zuweisung von entsprechend ausgebildetem Personal sind. Sie muss also kein offizielles „Sonderschulaufnahmeverfahren“ durchführen. Die Schule verzichtet damit auf jegliche Form von Stigmatisierung.
Die Schule spiegelt auch räumlich ihren Anspruch an Lebendigkeit, Offenheit und Teilhabe. Sie ist als in sich gegliederter Großraum geplant – verschiedene, auch in Pausen häufig geöffnete Erfahrungs-räume stehen zur Verfügung (Sporthallen, Bibliothek, Küche, Holz- und Metallwerkstatt, Computer-räume, naturwissenschaftliche Labore, Kunst-, Theater- und Musikraum, Disco, Schülerinnen- und Schülercafé, …). Ein gemeinsam gestalteter, für vielfältige Aktivitäten offener Außenbereich lädt zu Außenaktivitäten ein (Abenteuerspielplatz, Schulgarten mit Tieren und einem Tipi, Bauspielplatz, Sportanlagen, Rückzugsecken, …).
Einige Merkmale erleichtern den inklusiven Anspruch:
* In jeder Lerngruppe der Schule befinden sich Kinder, die ansonsten in Förderschulen, Haupt-schulen, Realschulen, Gymnasien oder Schulen für sog. Hochbegabte wären.
* Es gibt an keiner Stelle der elf Jahre irgendeine Form der äußeren Leistungsdifferenzierung; sie verzichtet damit durchgängig auf zielgleichen und gleichschrittigen Unterricht.
* Bis zum Ende des neunten Schuljahres werden Entwicklungen und Leistungen ausschließlich in Berichten zurückgemeldet, in denen das Individuum selbst der Maßstab ist, nicht eine Norm.
* Die Schule vergibt nach dem 10. Schuljahr alle möglichen Abschlüsse der Regelschule.
* Die Schule bietet vielfältige Möglichkeiten der Wahldifferenzierung, Profilierung, praktischer Erkundungen und Erprobungen innerhalb und außerhalb der Schule an.
* Die Laborschule ist eine gebundene Ganztagsschule mit einem alters- und entwicklungsange-messenen rhythmisierten Tagesablauf, der einer heute oft bei Kindern und Jugendlichen vorkommenden Anregungs- und Erfahrungsarmut entgegenwirken soll.

Weitere Angaben zur Barrierefreiheit

Die Schule ist „behindertengerecht“ eingerichtet, auch wenn der gegliederte Großraum dies nicht sofort sichtbar macht. Die bauliche Barrierefreihet, die bei uns Standards aus den Siebziger Jahren entspricht, erscheint unseres Erachtens aber nicht das wichtigste zu sein. Das zeigen uns auch unsere neueren Erfahrungen mit der Beschulung eines blinden und eines schwerstkörperbehinderten Kindes, die nicht aufgrund technischer und baulicher Maßnahmen gelang, sondern aufgrund von Offenheit und Barrierefreiheit in den Köpfen aller Beteiligten.
Explizit sei hier nochmal auf unseren Grundsatz hingewiesen, dass Kinder oder Jugendliche mit sog. Behinderungen oder Beeinträchtigungen nicht in sog. „Integrationsklassen“ zusammengefasst werden, sondern sich in allen Gruppen der Schule finden, weil jede Gruppe die gesamte Vielfalt widerspiegeln soll. Wir sind durch Erfahrung davon überzeugt, dass die richtige Mischung der Gruppe jedem Individuum guttut, Kinder und Jugendliche dann voneinander so viel wie von Erwachsenen lernen und erfahren können.
Barrierefreiheit heißt für uns nicht zuletzt: Partizipation und Teilhabe. Die Schule hält dabei einen basisdemokratischen Ansatz für ihre Weiterentwicklung für unverzichtbar. Einbezogen sind entspre¬chend alle zur Schulgemeinde gehörenden „Statusgruppen“. Jeder Mensch der Laborschule muss die Möglichkeit haben sich mit seinen Fähigkeiten in die Gestaltung des Lebensraums Schule einzubringen.

Kontakt

Christof Siepmann
Telefon 0521 106 6990
E-Mail info@laborschule.de
http://www.laborschule.de

Adresse

Universitätsstraße 21
33615 Bielefeld

Erstellt am 17.10.2014 von C.Siepmann

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